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Pflegesituation · Bewertungsraster · Fachgespräch

IPA FaGe — die praktische QV-Prüfung im Lehrbetrieb

Die IPA (Individuelle Praktische Arbeit) ist der praktische Teil des QV — und der Teil, der bei vielen Lernenden am meisten Bauchweh macht. Anders als die schriftliche Berufskenntnisprüfung findet die IPA in deinem Lehrbetrieb statt, mit einer Patientin/einem Bewohner aus deinem Alltag. Du planst, führst durch und reflektierst eine Pflegesituation über mehrere Stunden, dokumentierst dein Vorgehen und führst ein Fachgespräch mit den Experten.

Bewertet wird gemäss OdASanté-Raster in mehreren Bereichen: Pflegeprozess (Anamnese, Planung, Durchführung, Evaluation), Fachkompetenz (korrekte Technik, Sicherheit, Hygiene), Sozial-/Selbstkompetenz (Beziehungsgestaltung, Reflexion, Kommunikation), Dokumentation. Die genauen Gewichte sind im Bewertungsraster der jeweiligen Kantonalen Prüfungskommission geregelt.

Auf FaGefit findest du keine 1:1-IPA-Simulation — das geht in einer Lernplattform nicht. Aber du übst alle theoretischen Grundlagen, die du in der IPA brauchst (Pflegeprozess, Assessment-Skalen, ABCDE, ISBAR, Hygiene-Regeln) und bekommst eine strukturierte Anleitung für die Dokumentation: Aufbau, Sprache, häufige Fehler. Die praktische Durchführung trainierst du im Lehrbetrieb.

Das musst du können

  • IPA-Pflegesituation auswählen — typisch komplex, nicht trivial
  • Pflegeprozess in der IPA strukturiert dokumentieren (alle 6 Schritte sichtbar)
  • Assessment-Skalen korrekt anwenden + dokumentieren (Braden, NRS, MMSE, etc.)
  • Fachgespräch vorbereiten — typische Experten-Fragen antizipieren
  • Reflexion strukturiert (Was? Warum? Was nun?), nicht Selbstkritik
  • Hygiene + Sicherheit lückenlos demonstrieren — kein 'vergessen' der 5 Momente
  • Dokumentation: sachlich, vollständig, lesbar, mit Quellenangabe
  • Zeitmanagement während der IPA — Pufferzeit für Unvorhergesehenes

Beispielaufgaben

5 Aufgaben aus dem Archiv
NumerischNiveau 4/5

In welchem Jahr ergänzte Tuckman sein Phasenmodell der Teamentwicklung um die fünfte Phase Adjourning?

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KurzantwortNiveau 2/5

Wie nennt man die Verflüssigung von zähem Bronchialsekret als erste Komponente des Sekretmanagements?

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NumerischNiveau 3/5

Der Pearl-Index gibt die Zahl der Schwangerschaften in wie vielen Frauenjahren an?

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Multiple ChoiceNiveau 4/5

Ein Klient sagt, er werde von seinem Neuroleptikum krank, und möchte es absetzen. Welche Antwort der FaGe ist angemessen?

  1. ADer Arzt hat es verordnet, also müssen Sie es einnehmen
  2. BDas bilden Sie sich nur ein, nehmen Sie es einfach
  3. CSagen Sie einfach nichts, dann merkt es niemand
  4. DEs ist Ihre Entscheidung, besprechen Sie es mit dem Arzt
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Multiple ChoiceNiveau 2/5

Wie wird bei der Reinigung von Räumlichkeiten mit unterschiedlicher Verschmutzung vorgegangen?

  1. AZuerst die am stärksten verschmutzten Räume, zuletzt die saubersten
  2. BIn beliebiger Reihenfolge, solange dasselbe Reinigungsmittel verwendet wird
  3. CZuerst die Räume mit den meisten Patienten, danach alle übrigen
  4. DZuerst die saubersten Räume, zuletzt die am stärksten verschmutzten
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Häufig gefragt

Wie wähle ich meine IPA-Pflegesituation aus?

Wähle gemeinsam mit deiner Berufsbildner eine Situation, die (a) ausreichend komplex ist (mehrere Pflegediagnosen, anspruchsvolle Kommunikation, medizinaltechnische Verrichtung), (b) deinem Kompetenzstand entspricht und (c) am Prüfungstag realistisch durchführbar ist (Patient muss verfügbar und stabil sein). Vermeide triviale Situationen (reine Grundpflege ohne Komplexität) und überforderte Situationen (instabile, palliative Phase).

Wer bewertet meine IPA?

Zwei Experten der kantonalen Prüfungskommission: in der Regel deine Berufsbildner (oder ein:e andere:r FaGe-Praxisausbildner) plus eine externe Fachexperte (oft dipl. Pflegefachperson HF/FH). Sie beobachten deine Durchführung, lesen deine Dokumentation und führen das Fachgespräch. Die Bewertung folgt einem standardisierten Raster — nicht Sympathie.

Was wird im Fachgespräch gefragt?

Typische Fragen: Begründe deine Wahl der Pflegemassnahmen (Bezug auf Pflegemodell, Evidenz), wie hättest du anders entscheiden können, was würdest du nächstes Mal anders machen (strukturierte Reflexion), welche rechtlichen Grundlagen waren relevant (GesBG, KVG, BetmKV). Tipp: bereite 2–3 Sätze pro Pflegehandlung vor — 'warum mache ich das so?'

Wie lange dauert die IPA?

Die IPA dauert in der Regel 1 Arbeitstag (8–9 Stunden), aufgeteilt in: Vorbereitung/Anamnese, Durchführung der Pflegesituation, Dokumentation, Fachgespräch (ca. 30–60 min). Die exakte Dauer regelt die kantonale Prüfungskommission. Wichtig: Pufferzeit einrechnen für Unvorhergesehenes (Patient verlegt, technisches Material fehlt).

Kann ich die IPA wiederholen, wenn ich nicht bestehe?

Ja, einmal — entweder im nächsten Prüfungstermin (in der Regel 1 Jahr später) oder unter Bedingungen früher (kantonal geregelt). Bei nicht bestandener IPA gilt das gesamte QV als nicht bestanden, auch wenn die schriftliche Berufskenntnisprüfung bestanden wurde. Deshalb: gute Vorbereitung der IPA ist nicht optional.